EVA VIEHOFF ZU GAST IN SCHWANEWEDE

Eva und Dörte
Eva Viehoff und Dörte Gedat

Kulturelle Vielfalt bewahren und fördern

Wie steht es um die Kulturlandschaft in Schwanewede? Welche Probleme, Wünsche und Unterstützungsmöglichkeiten, besonders in Zeiten von Corona, müssen in den Blick genommen werden? Um diese Fragen ging es bei einer Veranstaltung am 8. 10.2020 in der Begegnungsstätte in Schwanewede. Zur Diskussion geladen hatte der GRÜNE Ortsverband Kulturschaffende aus Schwanewede, Eva Viehoff, kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen und Dörte Gedat, Bürgermeisterkandidatin.

Eingangs machte Eva Viehoff deutlich, dass die finanzielle Förderung von kulturellen Projekten, Einrichtungen und Vereinen durch Landesfördermittel äußerst kompliziert und zu bürokratisch gestaltet sei. „Förderrichtlinien und Anträge müssen für alle verständlich und umsetzbar sein“, so ihre Forderung. „Auch das frisch aufgelegte Programm zur Unterstützung der Soloselbständigen durch das Land ist zu kompliziert und schließt nicht alle denkbaren Veranstalter mit ein“, beklagte Viehoff. Mit Blick auf die Situation in Schwanewede forderte Dörte Gedat: „Kulturförderung darf nicht länger eine freiwillige Leistung der Kommunen sein. Wir müssen Kultur bewahren und sichern. Das geht nicht ohne eine entsprechende finanzielle Förderung. In schwierigen Zeiten werden besonders die freiwilligen Leistungen einer Kommune auf den Prüfstand gestellt und dazu gehört eben auch die Kultur“. Auch fehle es an Anerkennung und Wertschätzung innovativer Projekte.

Als Beispiele nannte Gedat die Projekte „Gezeiten I, II, und III sowie das Auswanderer Kunstprojekt auf Harriersand. „Leider waren die Macher*innen ihrer Zeit voraus und wurden damals in dem Wert ihrer Arbeit von der Mehrheit in der Politik nicht erkannt.“ Einig waren sich die beiden Politikerinnen bei der Forderung nach einem Kulturfördergesetz auf Landesebene, in Anlehnung bereits bestehender Gesetze in NRW und Sachsen. In einem solchen Gesetz legen Land und Kommunen verbindliche Fördersummen fest, somit sind sie dann keine freiwilligen Leistungen. Der Leiter der Begegnungsstätte, Jürgen Stegmann, machte deutlich, dass die BGS gerne auch kulturell mehr auf die Beine stellen würde. Dazu sei aber eine finanzielle Förderung für den Defizitausgleich unabdingbar. Neben finanziellen Hürden wirkt momentan die Corona Krise bei der Durchführung kultureller Angebote. Konkrete Probleme wurden vom Publikum benannt: Wo gibt es große Räumlichkeiten, die von Gruppen genutzt werden können, unter Einhaltung der Corona Regeln? An wen kann man sich wenden? „Hier ist die Unterstützung durch die Kommune erforderlich. Die Verwaltung kann koordinierend unterstützen und bei der Raumsuche, z.B. Dorfgemeinschaftshäusern, helfen“, findet Gedat. Sie versprach, sich hierzu engagiert einzusetzen. „Es muss alles getan werden, damit in der Zeit nach Corona die Vielfalt noch besteht!“ sagte die kulturbegeisterte Dörte Gedat.

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